Was bedeutet nachhaltige Mobilität für junge Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten – in Windhoek und in Münster? Dieser Frage sind zwei Schulen aus Münster in enger Zusammenarbeit mit ihren Partnerschulen in Namibia nachgegangen: die PRIMUS-Schule gemeinsam mit dem National Institute for Special Education (NISE) for Hearing Impaired, das Schillergymnasium mit der A. Shipena Secondary School, beide aus Windhoek. Im Rahmen ihrer jeweiligen Schulpartnerschaften entwickelten die Schüler*innen eigenständige Projekte rund um das Thema nachhaltige Mobilität mit dem Fahrrad in Bezug auf ihr selbstgewähltes Nachhaltigkeitsziel „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ (SDG 11). Vor Ort in Münster nutzten die Schulen die Möglichkeit, ihre Projekte punktuell zu verbinden, voneinander zu lernen und neue Impulse zu setzen – ein Austausch, der verdeutlichte, wie globale Themen durch gemeinsames, erfahrungsbasiertes Lernen konkret und lebensnah bearbeitet werden können.
Fahrrad als Verbindung: Nachhaltigkeit erleben und gestalten
Im Zentrum der Projekte stand das Fahrrad – in Münster ein selbstverständliches Fortbewegungsmittel, in Windhoek zunehmend im Kommen. In Workshops und praktischen Übungen reflektierten die Jugendlichen ihre Mobilitätsgewohnheiten, analysierten lokale Unterschiede und diskutierten gemeinsame Herausforderungen. In der schuleigenen Werkstatt wurden Fahrräder repariert, auf dem Schulhof Parcours aufgebaut und besondere Fahrradmodelle ausprobiert.„Wir haben uns angeschaut, welche Bedeutung das Fahrrad hat. Und da waren die Vergleiche sehr interessant zwischen Windhoek und Münster. Es gibt völlig ungleiche Voraussetzungen, die das Fahrradfahren begünstigen oder benachteiligen oder gar nicht ermöglichen“, berichtete Dirk Steding, stellvertretender Schulleiter der PRIMUS-Schule. Dass Mobilität weit mehr bedeutet als bloße Fortbewegung, wurde im Austausch schnell deutlich. Zugang zu Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und Klimagerechtigkeit sind eng damit verbunden. Anita Uiras, Lehrerin an der A. Shipena Secondary School, erklärte: „Einige Kinder müssen zwei Stunden laufen, um zur Schule zu gelangen. Wenn sie ankommen, sind sie bereits erschöpft. Ein Fahrrad verbessert den Zugang zur Bildung und fördert die schulischen Leistungen der Kinder.“